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06.12.2001

 
 
ftd.de, Do, 6.12.2001, 6:00
Sony Aibo ERS-220: Künstliche Intelligenz auf den Hund gekommen

Aibo ist mehr als ein Spielzeug. Der Roboter-Hund von Sony ist der optimale Gefährte für Menschen, die keine Zeit für lebende Tiere haben. Und das richtige Geschenk für jemanden, der sonst alles hat.
 
Besonders beliebt ist Aibo in seinem Herkunftsland Japan. Wenig Zeit und kleine Wohnungen kollidieren dort mit dem Bedürfnis, sich ein Haustier zu halten. Seit 1999 bietet der Elektronikkonzern Sony eine Alternative. In der ersten Version konnte Aibo kaum mehr, als Laute unterscheiden und einem Ball hinterherlaufen. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Sony eine neue Version des Roboter-Hundes auf den Markt gebracht, bei dem Hard- und Software überarbeitet wurde.
 
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Der neue Aibo ERS-220 ist pflegeleichter als ein echter Hund.
Neu ist das futuristische Design. Der ERS-220 ähnelt einem Motorrad mit Kopf und vier Beinen. Sony hat dem Haustier 21 Leuchtdioden und eine versenkbare Kopfleuchte spendiert. Damit soll Aibo laut Hersteller zu ausdrucksfähigerer Kommunikation und emotionalerem Ausdruck befähigt werden. Zusätzliche Berührungssensoren lassen den Roboter auf Umweltsignale reagieren. Wie schon dem Vorgängermodell wurde dem Aibo ERS-220 eine Kamera im Kopf installiert. Damit kann er auf Kommando Farbfotos im Jpeg-Format aufnehmen.

Pflegebedürftiges Tamagotchi

Der Roboter-Hund muss wie ein Tamagotchi gepflegt werden. Durch Neugier und Erfahrung lernt er seine Umgebung kennen und kann mit seinem Besitzer und anderen Aibo-Modellen kommunizieren. Das Vokabular von Aibo umfasst 75 Worte. Der Hund imitiert deren Klang mit elektronischen Tönen. So reagiert Aibo auf seinen Namen und auf Befehle, die ihm beigebracht wurden - eines der Merkmale, das ihn von echten Hunden unterscheidet. Auch der Bewegungsradius ist eingeschränkt. Nach eineinhalb Stunden herumtollen ist Aibo ausgelaugt - die Batterien sind leer.

Richtig zum Leben erweckt wird Aibo ohnehin erst mit dem umfangreichen Software-Paket, das separat erhältlich ist. Damit kann der Roboter zum Wachhund umprogrammiert oder vom PC ferngesteuert werden. So lässt sich die Welt aus der Hundeperspektive betrachten: Die laufenden Videoaufnahmen aus der Kopfkamera werden drahtlos auf den PC übertragen. Steht Aibo auf der Ladestation, ersetzt er einen Bewegungsmelder: Er macht Fotos, sobald er im Raum Bewegungen registriert.

Neben dem hohen Preis von rund 4000 DM ist auch die Haltung des Aibo nicht ganz billig. Die Zusatzsoftware, ohne die der Roboter-Hund kaum über das Welpen-Stadium hinauskommt, und auch die Hardware zur drahtlosen Fernsteuerung ist recht kostspielig. Dafür bekommt der Beschenkte einen besten Freund, der zumindest über künstliche Intelligenz verfügt.

© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration: Aibo

URL des Artikels: http://www.ftd.de/tm/hs/FTDTNAR3MUC.html

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