| Japan
Presse |
25.03.2003 |
| Dienstag, 25. März 2003 Berlin, 07:15 Uhr | |
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Japanische "Love"-Hotelkette zapft Kapitalmarkt anStundenhotel-Betreiber will alte Schulden begleichen und die Zinsbelastung reduzieren - Rating "Investment-Grade" erhofftTokio - Der Betreiber von über 100 japanischen Stundenhotels - Aine Systems - plant eine Anleihenemission, um Bankkredite in Höhe von 30 Mrd. Yen zu refinanzieren. Als Sicherheit dienen die "Love"-Hotels und ihre Einnahmen - eine Premiere in Japan. Konsortialführer ist die US-Investmentbank Westwood Capital (Asia), berichtete Aine-Manager Toru Kurosawa. Bei Mieten von durchschnittlich 2500 Yen (20 Euro) pro Quadratmeter sind Stundenhotels vor allem bei jungen Leuten und verheirateten Paaren, die mit ihren Eltern zusammenleben, sehr beliebt. Aine, der größte Betreiber von Stundenhotels in Japan, setzt darauf, dass die Anleihe bei Investoren Zuspruch findet, die der Flaute am japanischen Immobilienmarkt entfliehen wollen. Seit 1992 sind die Preise für Gewerbeflächen 62 Prozent eingebrochen. In einem Markt, auf dem die Mieten für Büroräume in A-Lage in den letzten zwölf Monaten 14 Prozent gefallen sind, setzt Aine mit 2500 Hotelzimmern jährlich 30 Mio. Yen um. Jedes Zimmer beherbergt durchschnittlich drei Paare pro Tag. Bei diesem Cashflow und den Immobilien als Sicherheit erwartet Aine, dass die Anleihe auf der Stufe "Investment-Grade" benotet wird. Noch wird Aine von keiner Ratingagentur bewertet. "Die Nachfrage nach Papieren der Stufe ,Investment-Grade" und einer vergleichsweise hohen Rendite ist potenziell stark", beobachtete Gabriel Scion, geschäftsführender Direktor von Westwood Capital. Zu den Interessenten zählt er japanische Banken und Lebensversicherungen. Aine will mit dem Erlös aus der Anleihe die Zinsbelastung reduzieren und ältere Bankschulden begleichen. In den Büchern der japanischen Banken stehen Not leidende Kredite von 1,25 Billionen Yen, kalkulierte Ernst & Young. Daher haben nur die sichersten Kreditnehmer eine Chance auf weitere Darlehen. Seit September 1996 stagniert die Kreditvergabe. "Die Banken verweigern Kredite, daher müssen wir nach neuen Finanzierungsmethoden suchen", erklärte Aine-Chef Tatsuo Koyama. Er hält über 50 Prozent der Aine-Anteile. Er stieg 1954 ins Hotelgeschäft ein, und zwar mit einem Hotel für Arbeiter aus dem Stadtteil Shinjuku. Der 77-Jährige stellte fest, dass die Gäste "zwar für den ganzen Tag bezahlten, aber schon nach ein oder zwei Stunden wieder weg waren." 1966 eröffnete Koyama sein erstes Stundenhotel. Aine berechnet 4000 Yen für zwei Schäferstündchen, eine ganze Nacht kostet das Doppelte. |
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